MEC de "GOTISCHEBOOG"
Houten, die Niederlande.
   
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Im Jahre 1863 eröffnete die "Hollandsche IJzeren Spoorweg Maatschappij" (HIJSM) eine Verbindungslinie von Amsterdam über Hilversum nach Utrecht. Nach Gründung der AG Nederlandsche Spoorwegen (1937) kam diese Strecke in den Besitz letzterer Gesellschaft. Ab 1938 wurde das Eisenbahnnetz der NS im mitteleren Landesteil elektrifiziert. Die Strecke Amsterdam-Hilversum-Utrecht war 1941 an der Reihe.

Infolge des durch den Zweiten WeltKrieges verursachten Stahlmangels, wurden Stahlbetonteile als Ersatz für die Streckenmasten und Quertragewerke verwendet. Bis zum heutigen Tagen existiert diese Oberleitung immer noch und zieht sich wie ein "gotischer Tunnel" durch die flache holländische Landschaft. In den Jahren 1986/87 wurde die Oberleitung restauriert. Dabei verschwanden die "oortjes" (Ohren), welche die Verstärkungsleitung trugen. Diese wurde nunmehr mit einer besonderen Konstruktion innerhalb des Streckenmastes befestigt.





Der Besuch einer Modellbahnausstellung in Hannover (1986) war für mich ausschlaggebend und fing der Bau dieser Streckenmodule an. Besonders interessierte mich die Modulanlage des MEC Barsinghausen samt der verwendeten Modultechnik. Spontan verkaufte ich mein rollendes Material nach deutschen Vorbildern und begann die holländische Landschaft und die dazu gehörende Züge im Modell nachzugestalten.

Seit 1987 baue ich an dieser Streckenmodule nach den in Hannover gewonnenen Erkenntnissen. Bisher sind zehn Module vollendet. Sie zeigen die Streckensituation zwischen 1984 bis 1997. Dargestellt werden Abschnitte der zweigleisigen elektrifizierten Hauptstrecke Hilversum-Utrecht. Dabei durfte selbsverständlich die Darstellung der nur in den Niederlanden gebauten Oberleitung nach "gotischer Art" keinesfalls fehlen, zumal sie sich besonders für lange gerade Streckenabschnitte eignet.

Parallel zur Strecke verläuft in Wirklichkeit die Autobahn A 27. Aufgrund dieser im Modell nachgestalteten Situation, kann ich auf meinen Modulen die Darstellung von Schienen- und Straßenfahrzeugmodellen miteinander kombinieren. Mittelpunkt des gebauten Streckenabschnitts ist die kleine nachgebildete Haltestelle "Hollandsche Rading".




Bei der Wahl des Gleismaterials habe ich mich für Märklin-K-Gleise entschieden. Damit kann ich Triebfahrzeuge für das Wechsel- und Gleichstromsystem einsetzen. Auch diese Erfahrungen stammen übrigens vom MEC Barsinghausen. Die "gotische Oberleitung" entstand im Eigenbau und ist voll funktionsfähig; für alle Oberleitungen wird Sommerfeldt-Material verwendet, daß den jeweiligen Gegebenheiten angepaßt wurde. Auch hierbei lege ich Wert auf voll Funktionstüchtigkeit der Oberleitung. Bei Wechselstrombetrieb bildet der Fahrdraht den Mittelleiter. Die Anlage wird analog angesteuert: eine Ringleitung versorgt alle Module mit 18 V und 12 V Gleichstrom, sowie 28 V Wechselstrom. Zusätzlich besitzt jedes Modul einen eigenen Block-Fahrverstärker mit einer Schaltspannung von 12 V. Damit ist an beliebiger Stelle eine Beschleuniging oder Abbremsung des Zuges möglich.




Die Märklin-K-Gleise wurden in Steinschotter von Busch nach der üblichen Leim-Wasser-Methode eingebettet. Alle Schienen erhalten einen rostfarbigen Anstrich. Den Bahnübergang gestaltete ich nach Vorbild der Haltestelle "Hollandsche Rading". Die Schrankenbäume erhalten einen Antrieb durch Fulgurex-Motoren, und für den "Glockenschlag" verwendete ich die Glocken aus einem alten Telefon. Die Steuerung der Schranken erfolgt über einen Relaisschaltung.

Für den Geländeaufbau kam das übliche Material zur Anwendung. Für die Grünanlage wählte ich Geländematten von Busch, sowie Streumaterial von Woodland. Für die Nachbildung der Erdboden wurde natürliche Erde verwendet. Die Bäume sind i.A. aus Gartenabfall (wie Flieder oder Konifere) selbst gebastelt. Teilweise stammen sie von Berka und Heki.

Der Graben am Bahndamm erhielt eine Füllung aus Gießharz. Gebäude von Faller, Kibri, Artitec und Holland Scale habe ich zum teil entsprechend meinen Vorstellungen abgewandelt und gealtert. Sämtliche Gebäude besitzen einen Innenbeleuchtung. Die Bevölkerung stammt aus dem Hause Preiser und Merten. Auf der Autobahn fahren epochegerechte Fahrzeuge von Herpa, IMU, Brekina, Albedo und Wiking. Die Fahrzeuge sind gealtert und mit Kennzeichen und Fahrer ausgestattet.

Die Bauzeit für diese Streckenmodule beträgt bisher rund 15 Jahre. Aber immer wieder finde ich ein Detail, daß verbessert oder geändert werden kann; um ganz zu schweigen von Unterhalt. Ein Ende des Baus ist also vorläufig nicht abzusehen!




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